Selbstbehauptung für Vorschulkinder

Kursbeginn nach den Herbstferien

Evangelisches Familienzentrum Mark 

Schwerter Straße 284

44287 Dortmund (Aperblecker Mark)

 

Seit Anfang Feburar 2014 findet hier

ein Selbstbehauptungskurs für Vorschulkids statt.

 

 

Selbstbehauptung (z.B. Nein-Sagen, durch Stimmübung) ist die Fähigkeit, sich in grenzüberschreitenden Situationen der eigenen Grenzen bewusst zu sein und diese deutlich machen zu können.

  • verbale und nonverbale Kommunikation
  • Erkennen und Umgang mit Grenzsituationen
  • Grenzen der Anderen erkennen und akzeptieren
  • Handlungsmöglichkeiten bei Streitsituationen aufzeigen, friedvoll zu lösen
  • Kinder lernen, in Stresssituationen Ruhe zu bewahren
  • Einführung in die Selbstverteidigung

Wie gestaltet sich der Kurs?

Unter Zuhilfenahme verschiedener Alltagsgegenständen werden die Kids zunächst spielerisch an die Materie herangeführt, um ihren Spiel- und Laufdrang gerecht zu werden. In weiteren Einheiten lernen die Kids wie sie, sowohl verbal als auch nonverbal, durch Einsatz ihrer Körperhaltung und -sprache, sowie Stimme, jemanden in die Schranken zu weisen und der Person zu verdeutlichen, "bis hierher und nicht weiter!". "Bei den Übungen sind immer alle ganz eifrig dabei, haben ein immenses Schreipotenzial und fangen an die vermittelten Dinge in die Tat umzusetzen", weiß Teamleiter Tobias Lohre. "Es ist nicht immer leicht die Bande zu bändigen, doch es ist gut zu wissen, dass die Kids zunehmend an Selbstbewusstsein und Mut gewinnen, ihre Stärken und Schwächen erkennen, viele Dinge stets hinterfragen und ein ganz wichtiger Aspekt, Spaß bei der Sache haben", fügt er hinzu.

 

Tobias ist es wichtig, dass die Kids in bestimmten Situationen erkennen was Recht und Unrecht ist und sie sich in geeigneter Weise zur Wehr setzen können. Sei es durch ein lautes Wort, ein Tritt gegen das Schienbein oder durch weitere einfache SV-Techniken. Auch das richtige Abrollen gehört zum Konzept dazu und wird fleißig von den Kids geübt.

 

Das Training soll Kindergartenkindern den Raum für eigene und positive Erfahrungen der Selbstwirksamkeit geben, die Entwicklung ihres Selbstbewusstsein fördern und spielerisch ihre Stärken stärken. Hier werden den Kindern Grundelemente der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung nähergebracht. Selbstbewusstsein und Empathiefähigkeit entwickeln Kinder, wenn sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst werden und mutig zu ihnen stehen. Dazu brauchen sie die Gelegenheit, sich in einem geschützten Rahmen selbst zu erleben und kennen zu lernen.

 

Die Kinder lernen, über Bedürfnisse, Ängste und Wünsche zu sprechen. Zudem sind die Vermittlung von Empathiefähigkeit und das Trainieren sozialer Kompetenzen wichtige Aspekte, um die Kinder zu stärken. Dabei machen die Kinder die Erfahrung, dass sie selbstwirksam und erfolgreich sind.

Vorschulkids zeigen Stärke - Empathie und Sozialkompetenz auf dem Weg zum Schuleinstieg

So individuell ein Baby oder Kleinkind anfängt seine ersten eigenen Schritte zu gehen und somit seine Umwelt zu erkunden, so sind auch die ersten Schritte der Vorschulkids in den jeweiligen Übungsstunden des Selbstbehauptungskursus zu beobachten. Als schüchtern, beobachtend und zurückhaltend, bis hin zu stürmisch, auffordernd, unkontrolliert und hilflos können die ersten Begegnungen beschrieben werden. Da will man als Übungsleiter zunächst einmal Ordnung herein bekommen. Schnell wird aber klar, dass Kinder in ihrem Bewegungsdrang schwer zu bändigen sind. Hier gilt es die Energien in klar strukturierte Bahnen zu lenken. Sei es durch ein Begrüßungsritual, der Festlegung klarer Regeln oder der Vertiefung durch Wiederholungen.

 

Gruppenleiter Tobias Lohre hat es sich zur Aufgabe gemacht die Kinder ein stückweit auf diesem Weg zu begleiten. Ihnen zu zeigen was Recht und Unrecht ist, dass sie eigene Grenzen haben, die sie – auch einem Erwachsenen gegenüber – klar und deutlich aufzeigen sollen und anderseits das auch andere Kinder eben diese Grenzen haben, die sie erkennen und respektieren sollen.

 

Auch wenn sie die Wertschätzung, die sie durch regelkonformes Verhalten indirekt durch die Kinder erhalten, noch nicht deuten können, so merkt man als Übungsleiter doch, dass die Kinder es über weite Strecken verstanden haben, Konflikte mit anderen gewaltfrei zu lösen. Die Handlungsmöglichkeiten die ihnen alternativ aufgezeigt wurden, konnten sie annehmen und anwenden und empfanden es selbst als angenehm, von anderen respektiert, wertgeschätzt und angemessenen behandelt zu werden. Die Kinder lernten durch verschiedene Bewegungs-, Kooperations- und Vertrauensspiele, dass sie sich auch auf andere verlassen können. So entstand die Fähigkeit zur Empathie und zu sozialen Kompetenzen.

 

Klar gibt es immer Kinder die selbstbewusster, zielgerichteter und extrovertierter sind als andere im Vergleich. Jedoch zählt jedes einzelne Kind in ihrer individuellen Entwicklung. Ziel ist es jedes einzelne Kind in seiner Entwicklung dahingehend zu fördern, dass es sich am Ende wohlfühlt und erkennt, dass es Gefahrensituationen, gleich welcher Art, erkennen und deeskalierend und empathisch darauf reagieren kann. Und dies ganz unbewusst auf spielerische Art und Weise. Ich denke das ist den Kindern in den letzten 8 Monaten im Kurs gut gelungen und sie können nun gestärkt und selbstbewusst ins Schuljahr einsteigen.